Farbverläufe sind nicht nur eine technische Herausforderung an das Design. Auch in der Druckproduktion können sie Probleme verursachen, wie beispielsweise unerwünschte Farbabstufungen oder Streifenbildung im Druckbild. Besondere Aufmerksamkeit ist auch dann erforderlich, wenn ein Farbverlauf mit einer Farbfläche kombiniert wird. Meistens sind lineare oder kreisförmige Streifenbildungen schon in der Druckdatei zu sehen.
Welche Möglichkeit habe ich, den gedruckten Farbverlauf vorab zu simulieren?
Die Wirkung eines Farbverlaufs im fertigen Druckprodukt ist ein Zusammenspiel aus Design, Papier, Druckfarbe, Rasterweite und Veredelungstechniken. Dieses einzigartige Ergebnis lässt sich nicht vorab simulieren. Auch ein Farbproof liefert kein verlässliches Ergebnis, denn er simuliert zwar die Farbwirkung, nicht aber das drucktechnische Zusammenspiel aller Faktoren im Offsetdruck.
Was kann ich also tun, um den Farbverlauf so anzulegen, dass im Druckergebnis weder Stufen noch Streifen entstehen?
Das beste Ergebnis entsteht, wenn ein Farbverlauf direkt mit Adobe InDesign angelegt wird - im Gegensatz zu früher, als man Verlaufsobjekte nachträglich mit Photoshop bearbeitete (siehe unsere Empfehlung aus dem Jahr 2020 ganz unten).
Nutzen Sie einfach das Verlaufswerkzeug in der Werkzeugpalette, um Objekte mit sanften Farbübergängen zu füllen. Sie erstellen einen Verlauf, indem Sie ein Objekt auswählen, dann das Verlaufswerkzeug anwenden und Farben sowie Winkel im Bedienfeld anpassen.
So funktioniert ein stufenloser Rasterverlauf für den Offsetdruck:
- Wählen Sie im Menü des Farbfeldbedienfelds die Option „Neues Verlaufsfeld“ aus.
- Geben Sie unter „Farbfeldname“ einen Namen für den Verlauf ein.
- Wählen Sie unter „Art“ entweder „Linear“ oder „Radial“.
- Mit dem Farbregler ändern Sie Farben oder fügen neue Farben hinzu.
Tipp 1: Der erste Regler für den Verlauf ist standardmäßig auf die Farbe Weiß eingestellt. Um ihn transparent zu machen, wenden Sie das Farbfeld „Papier“ an.
Tipp 2: Wählen Sie einen Farbregler unterhalb des Balkens aus und geben Sie unter „Position“ einen Wert ein, um die Position dieser Farbe als Prozentanteil des Abstands zwischen der vorherigen und der nächsten Farbe festzulegen.
Ganz wichtig: Transparenzen und die richtige PDF-Version
Bei Farbverläufen ist der richtige Umgang mit Transparenzen essentiell. Bitte achten Sie darauf, dass Sie echte Transparenzen erzeugen, d.h. dass Sie Transparenzen bei der PDF-Erzeugung nicht reduzieren. Wählen Sie daher mindestens die PDF-Version "Acrobat 5 (PDF 1.4)" oder höher aus.
Sehen Sie sich auch den zu diesem Thema passenden Artikel "Was muss ich bei einem Farbverlauf im Mappen-Layout beachten" an.
Eine kleine technische Zeitreise - so haben wir es früher gemacht:
- Verlauf in InDesign erstellen und als jpg-Datei speichern
- jpg-Datei in Photoshop öffnen
- Dem Verlauf mit dem "Rauschfilter" ein Rauschen von 1-2 % hinzufügen. Dabei mit dem Schieberegler so lange variieren, bis im Vorschaufenster die harten Verlaufskanten verschwinden.
- Bearbeitetes Bild speichern und in InDesign-Datei neu verknüpfen
- Das Ergebnis im Druck-PDF prüfen und den Wert für den Rauschfilter ggf. nochmals anpassen
Tel. +49 (0)821 50 211-20

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